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Management

Posted by krischan - 30. Juni 2013

Ein Mann in einem Heißluftballon hat sich verirrt. Er geht tiefer und sichtet eine Frau am Boden. Er sinkt noch weiter ab und ruft: „Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich habe einem Freund versprochen, ihn vor einer Stunde zu treffen und ich weiß nicht wo ich bin.“ Die Frau am Boden antwortet: „Sie sind in einem Heißluftballon in ungefähr 10 m Höhe über dem Grund. Sie befinden sich zwischen 40 und 41 Grad nördlicher Breite und zwischen 59 und 60 Grad westlicher Länge.“ – „Sie müssen Ingenieurin sein“, sagte der Ballonfahrer. „Bin ich“, antwortet die Frau, „woher wissen Sie das?“ – „Nun,“ sagt der Ballonfahrer, „alles, was Sie mir sagten, ist technisch korrekt, aber ich hab keine Ahnung, was ich mit Ihren Informationen anfangen soll, und Fakt ist, dass ich immer noch nicht weiß, wo ich bin. Offen gesagt, waren Sie keine große Hilfe. Sie haben höchstens meine Reise noch weiter verzögert.“ Die Frau antwortet: „Sie müssen im Management tätig sein.“ – „Ja,“ antwortet der Ballonfahrer, „aber woher wußten Sie das?“ – „Nun,“ sagt die Frau, „Sie wissen weder wo Sie sind noch wohin Sie fahren. Sie sind aufgrund einer großen Menge heißer Luft in Ihre Position gekommen. Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem Sie keine Ahnung haben, wie Sie es einhalten können und erwarten von Leuten unter Ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist, dass Sie in exakt der gleichen Lage sind wie vor unserem Treffen, aber jetzt bin irgendwie ich schuld!“

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Spermageschmack: Die richtige Würze

Posted by micha - 30. Juni 2013

 

Es gibt ernsthaft ein „Medikament“, das den Geschmack von Sperma verbessern soll. Dabei handelt es sich um ein Pulver aus hochkonzentrierten Fruchtextrakten namens Semenex, das über das Internet vertrieben wird. In einem Glas Wasser aufgelöst getrunken „wirkt“ es dann innerhalb eines Tages.

Aber statt 2,50 US$ pro Einzeldosis auszugeben, kann man(n) auch einfach zum Obst- und Gemüsehändler gehen. Denn den gleichen Effekt wie mit dem Pulver kann man auch auf natürlichem Weg mit der richtigen Auswahl von Lebensmitteln erzielen: Obst und Gemüse wie Ananas, Sellerie und Erdbeeren versüßen Sperma merklich. Meiden sollte man(n) hingegen  Geschmacksverfälscher: Bier lässt Sperma schal schmecken, Knoblauch eher angefault. Dagegen machen zu viel Fleisch, Salz oder Spargel es eher bitter. Auch Medikamente wie beispielsweise Aspirin beeinflussen das Sperma-Aroma negativ.

Allerdings ist laut einer „Studie“ der subjektive Geschmack auch sowohl davon abhängig, ob der Schluckende Raucher und/oder Alkoholkonsument ist, als auch ob er viel tierisches Eiweiß ißt oder nicht. Angeblich schmeckt Sperma an sich am besten den nichttrinkenden Nichtrauchern, die wenig tierisches Eiweiß zu sich nehmen.

Eine Ejakulation hat etwa fünf bis 25 kcal, im Vergleich also ungefähr so viel wie eine Hand voll Kartoffelchips. Allerdings kommt man bei Sperma wohl kaum in die Verlegenheit, nach der ersten Hand voll gleich die ganze 200g- Tüte aufzuessen.

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The French Paradox

Posted by krischan - 26. Juni 2013

In einer Studie wurde die Funktion alkoholischer Getränke als Schutzfaktor für Herz- Kreislauf- Erkrankungen untersucht. Die Autoren versuchten, aus den verfügbaren statistischen Daten aus 14 west- und südeuropäischen Ländern sowie Australien, Neuseeland, Kanada und den USA potentielle Risikofaktoren für ischämische Herzkrankheiten herauszufiltern. Dabei kamen sie nebenbei zu einigen damals überraschenden Einsichten: Das Gesundheitssystem – insbesondere die Ärztedichte – hatte keinerlei positive Auswirkung. Wohlstand erwies sich hingegen als Vorteil, während Rauchen den gegenteiligen Effekt bewirkte. Der nachteilige Einfluß gesättigter Fette war gering, während sich eine hohe Zufuhr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren als günstig erwies. Als wichtigster protektiver Faktor entpuppte sich bei Männern wie bei Frauen der Alkoholkonsum, vor allem in Form von Rotwein. Bei Spirituosen fiel das Ergebnis weniger deutlich aus, während Bier wirkungslos war. Seither gilt der (Rot-) Weinkonsum als die populärste Erklärung für das „French Paradox“, d.h. niedrige Herz- Kreislauf- Mortalität bei hohem Verzehr tierischer Fette. Diese Quintessenz nun war verantwortlich für einen enormen Anstieg des Pro- Kopf- Verbrauchs von Rotwein in Nordamerika. Die überraschendste Schlußfolgerung allerdings ergibt sich, wenn man Japan als weitere Kontrollgruppe hinzunimmt und die statistischen Daten unter einem anderen Blickwinkel betrachtet:

1. Japaner essen sehr wenig tierische Fette und sterben seltener aufgrund von Herz- Kreislauf- Erkrankungen als Nordamerikaner, Australier oder Briten, jedoch trinken sie auch nur wenig Alkohol, vor allem äußerst wenig Rotwein.

2. Italiener, Spanier, Portugiesen und Griechen essen zwar wenig tierisches Fett, trinken allerdings viel Alkohol, vor allem Rotwein, und sterben trotzdem seltener aufgrund von Herz- Kreislauf- Erkrankungen als Nordamerikaner, Australier oder Briten.

3. Franzosen trinken sowohl exzessiv Alkohol, v. a. in Form von Rotwein, als auch daß sie sehr viel tierisches Fett essen, und sterben trotzdem immer noch seltener aufgrund von Herz- Kreislauf- Erkrankungen („The French Paradox“) als Nordamerikaner, Australier oder Briten.

Einzig logische, statistisch belegte Schlußfolgerung:
Esse und trinke, was Du willst – Englisch sprechen ist es, was Dich umbringt!

(St. Leger, AS et al: Factors associated with cardiac mortality in developed countries with particular reference to the consumption of wine.
Lancet 1979/1/S.1017-1020)

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14,48 Zentimeter

Posted by micha - 26. Juni 2013

14,48 Zentimeter im Durchschnitt: „Normal bestückt!“ – von Mark Prott

(7.12.00 – dpa/mp) Des deutschen Mannes „bestes Stück“ liegt laut einer neuen Studie gut im europäischen Durchschnitt. In erigiertem Zustand misst der durchschnittliche deutsche Penis auf den Zehntelmillimeter genau 14,48 Zentimeter in der Länge, bei einer Breite von 3,95 Zentimetern.
Das ergab eine Untersuchung der Familienberatung „Pro Familia“ und der Universität Essen, die heute in Köln vorgestellt wurde. Dabei soll es sich um „die erste umfassende Untersuchung in Europa zu Penis- und Kondomgrößen“ handeln. Standard-Kondome müssen nach EU-Norm mindestens 17 Zentimeter lang und bis zu 56 Millimeter breit sein.

„Trag, was dir passt“
111 Männer im Alter von 18 und 19 Jahren und eine Kontrollgruppe von 40- bis 68-Jährigen (32 Personen) waren bei einem Essener Urologen zum Maßnehmen angetreten. Im Gegensatz zu vorherigen Untersuchungen habe man diesmal bewusst nicht auf die „Selbstvermessung“ der Probanden, sondern auf ärztliche „Fremdvermessung“ vertraut, so ein Sprecher von „Pro Familia“.
Dabei habe sich unter anderem herausgestellt, dass es keine bestimmten Penisformen gebe. Vielmehr hatte jedes vermessene Geschlechtsorgan je nach Erregungszustand sein eigenes Profil. Nach Ansicht der Auftraggeber der Studie müssten diese Erkenntnisse Konsequenzen für Kondom-Hersteller haben: Da auch der Penis bei Jugendlichen noch wachse, müsse beispielsweise für die meisten Pubertierenden eine kleinere „Konfektionsgröße“ entworfen werden, ganz nach dem Motto „Trag, was dir passt“.

…und dann haben wir aber ja auch noch Daimler, BMW und Audi!

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Wolfgang Schorlau: „Rebellen“

Posted by krischan - 12. April 2013

Wolfgang Schorlau: „Rebellen“

Das alles müßte Toni wissen. Sie hatte doch gelesen, dass Volkswagen über die Mösen von brasilianischen Nutten Einfluss auf die Entscheidungen ihres Betriebsrates nahm. Sie kannte den Namen des Personalvorstandes, der dem Betriebsratsvorsitzenden die Nutten zugeführt hatte. Sie hatte ihn doch damals gefragt, mit der aufgeschlagenen Süddeutschen in der Hand.  „Alexander, wie nennt man eine Person, die anderen Männern Huren zuführt?“

„Zuhälter“, hatte er gesagt und nicht einmal von den Papieren aufgeschaut, die er gerade las.

„Und warum nennt die Regierung dieses schreckliche Programm dann nicht Zuhälter IV?“

Er wollte nicht mit ihr diskutieren. Also schwieg er.

„Oder Hurenbock IV“, schlug sie vor.

 

aus: „Rebellen“ von Wolfgang Schorlau, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 2013
331 Seiten. Gebunden. 19,99 €

 

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Das neoliberal-ideologische Glaubensbekenntnis

Posted by krischan - 30. März 2013

Ich glaube an das Wirtschaftswachstum,
das Allmächtige,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und ans Kapital,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den gierigen Geist,
geboren von der Jungfrau Privatbank,
gelitten unter Karl Marx,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Oktober 1990 auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
es sitzt zur Rechten Goldman Sachs‘,
des allmächtigen Beraters;
von dort wird er kommen,
hinzurichten die Angestellten und die Arbeiter.

Ich glaube an den geldgeilen Geist,
die scheinheilige christlich-demokratische Union
in Gemeinschaft mit der scheinheiligen FDP,
Vergemeinschaftung der Schulden,
Auferstehung der Renditen
und das ewige Arbeitsleben.

Amen.

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Finanz- und Schuldenkrise Extra Einfach

Posted by krischan - 22. November 2011

Finanz- und Schuldenkrise Extra Einfach:

Staatsschulden sind nicht-eingenomme Steuern der Reichen, die, statt Steuern zu zahlen, Zinsen bekommen.

Es fing zwar mit der Finanzkrise an, aber deren Ursache sind die Staatsschulden, die nun den zweiten Akt dieser Schmierenkomödie geben.

Staatsschulden entstehen, wenn ein Staat mehr Geld ausgibt, als er einnimmt. Geld nimmt ein Staat durch Steuern und Abgaben ein. Die übergroße Mehrheit zahlt sie auch, und zwar in Form von Lohnsteuer z.B. und diese in Deutschland progressiv gestaffelt, d.h., wer mehr verdient, zahlt nicht nur absolut, sondern auch relativ mehr Steuern.

Nach unten gibt es keine Grenze beim Einkommen, also einen Mindestlohn, der ein eigenständiges Leben ermöglicht. Hartz4-„Aufstocker“ sind ja in Wirklichkeit eine Subvention für die Unternehmen, nur wird deren Abwicklung auf den Arbeitnehmer abgewälzt.
Nach oben gibt es ebenfalls keine Grenze, man kann „unendlich“ viel Einkommen und Vermögen haben.
Bei den Steuern gibt es sowohl unten eine Grenze, unterhalb derer man keine Einkommensteuer bezahlt, als auch oben: ab einer bestimmten Grenze steigt der Steuersatz nicht mehr. Stattdessen eröffnen sich mehr und mehr Möglichkeiten, wie man wieder weniger Steuern zahlen kann, oder man schafft sein Vermögen gleich in Steueroasen.

Während also – ironischerweise in der Regierungszeit von SPD und Bündnis-Grünen und unter willfähriger Mithilfe der Gewerkschaften – die Löhne real immer weiter zu sinken begannen, die Abgaben stiegen, der Ausstieg aus der gesetzlichen Rente und der Einstieg in die private begonnen wurde, wurde gleichzeitig statt eines Mindestlohnes Hartz4 als Lohnsubvention für die Unternehmen eingeführt, der Spitzensteuersatz und Unternehmenssteuern gesenkt und die letzten Regularien der Finanzwirtschaft abgeschafft.
Der Druck wurde „unten“ massiv erhöht, und somit noch mehr Geld nach oben gepresst, wo es sich umso ungehinderter weiter anhäufen und statt besteuert zu werden, vermehren konnte, einerseits durch Taschenspielertricks an den Finanzmärkten, andererseits durch das altbewährte Prinzip der Staatsschulden, die zu Zinseinnahmen der Vermögenden statt zu Steuereinnahmen des Staates führen.

Staatsverschuldung Deutschland 1960 - 2010

Staatsverschuldung Deutschland 1960 - 2010

Es gibt in Deutschland also 2 Billionen EUR Staatsschulden, denen 10 Billionen EUR Privatvermögen gegenüberstehen, wovon 7 Billionen EUR 10 % der Bevölkerung, also 8 Millionen Bürgern gehören.

Dieser Patient namens „Die Märkte“ ist hirntot, wird aber noch mit allen Mitteln künstlich am Leben gehalten. Mit wilder Schaumschlägerei soll dem Platzen einer Spekulationsblase nach der anderen beigekommen werden, obwohl offensichtlich ist, daß nur immer schneller immer mehr Blasen geschaffen werden.

Das Tragische nun ist, daß der Arzt namens „Die Politik“ im Zuckerkoma liegt. Und das seit 30 Jahren.
Die SPD hat sich auf die oben dargestellte Weise in nicht einmal zwei Legislaturperioden selbst ad absurdum geführt. Und die Grünen sind auch nur ihrer Anti-Atomkraft treu geblieben, die grüne Friedensbewegung hat nicht einmal mit der Wimper gezuckt, wenn es um immer mehr, immer kriegerische Aulandseinätze der Bundewehr ging. Und die Bürgerrechtsbewegung, das Bündnis 90, ist nur noch ein schmückendes Attribut im Parteinamen, Bürgerrechte wurden unter Rot-Grün zu demontieren begonnen.
Die FDP hat sich extrem radikalisiert, aber das nicht über Nacht und auch nicht in der Oppositionszeit. Bereits vor 20 Jahren forderten große Lettern auf dem ersten Bundesparteitag in den „Neuen Bundesländern“ die liberale Marktwirtschaft und die Partei war scharfer Kritik der Marktradikalisierung ausgesetzt. Das wird nur so schnell und gern wieder vergessen.
Und während die angestammte rechts-konservative Volkspartei CDU, d.h. ihre Führung, inzwischen begriffen hat, daß die Zeit des Konservatismus längst vorbei ist, werden allen Ernstes Rufe nach einer neuen, rechteren und konservativeren Partei laut. Als wenn sich noch irgendjemand auf diesem Planeten ein dumpfes „Weiter so!“ wie unter 16 Jahren Kohl leisten könnte. Keines der gesellschaftlichen Probleme dieser Zeit, also aus den letzten 30 Jahren, wurde gelöst: Sozialversicherungen, Renten- und Gesundheitssystem, Umweltzerstörung, Bildung usw. Alles wurde und wird auf die kommenden Generationen abgewälzt. Und das noch viel Schlimmere ist, daß nicht nur die anstehenden Probleme ungelöst blieben, sondern erst recht nichts Vorausschauendes unternommen wurde.

Mit dem Sozialismus/Kommunismus scheiterte bereits einmal ein Politik- und Wirtschaftsmodell, dem die meisten von uns dabei zuschauen konnten. Dem System Kapitalismus/Parteiendemokratie können wir jetzt auch gerade dabei zusehen. Nur gibt es diesmal keinen großen Bruder, der uns raushaut. Es sei denn, wir akzeptieren China als solchen, auf eine Plutokratie/Wirtschaftsdiktatur steuern wir ja ohnehin bereits volle Kraft voraus zu.

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20-11-2011

Posted by krischan - 20. November 2011

Wozu, werden Sie sich fragen, soll ich in diese Testseite einen Blindtext einbauen – und was zum Henker ist das überhaupt?! Nun, das WOZU können wir Ihnen leider auch nicht näher erläutern, sehr wohl jedoch das WAS…
Ein Blindtext ist ein völlig inhaltsloser Text, der als Platzhalter für sinnvollere Inhalte dient. Gegenüber einem echten Text bietet er diverse Vorteile: Er ist politisch neutral, theologisch unbedenklich, sozial verträglich und bietet naturwissenschaftlich gesehen keinerlei Angriffspunkte – um nur vier Aspekte zu erwähnen.

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Nazis raus! Und alle so: yeah!

Posted by micha - 22. Oktober 2011

Wenn man die Schlagzeilen der letzten Tage und Wochen liest, scheint die Piratenpartei in der großen Politik angekommen zu sein: Skandal, Skandal, Skandal. Nach mangelnder Frauenquote und fehlender politischer Aussage zur Besteuerung von Schweineohren nun Nazis in der Piratenpartei! Piratenpartei wird von Ex-Nazis unterwandert. Skandal!
Ich äußere mich nur ungern zu diesen zwei Ex-NPD-Mitgliedern, da ich sie nicht persönlich kenne. In dem einen Fall weiß ich immerhin, wie die Sache gelaufen ist, und sie ist wohl bestmöglich ausgegangen: Er hat sich erklärt, ist von seinen Parteiämtern zurückgetreten und behält sein Kreistagsmandat, in Einvernehmen mit seinem Landesverband M-V. Seine Erklärung ist glaubhaft und nachvollziehbar, und deshalb auch zu akzeptieren. Leider hindert das die üblichen Claquere nicht, hier einen Skandal zu wittern und eine große Welle schlagen zu wollen im medialen Wasserglas. Moralische Saubermänner und lupenreine Gutmenschen fordern: Nazis raus! Sie haben zwar offensichtlich keine Ahnung von Mecklenburg-Vorpommern, der NPD und dem Leben, aber eine Meinung und z.T. sogar ein Vorstandsamt.
Nun soll also im Mitgliedsantrag der Piratenpartei abgefragt werden, in welchen politischen Organisationen der Antragsteller vorher Mitglied war. Hurra, die Piratenpartei ist wirklich angekommen in politischen Geschäft! Der Boulevard hat gerufen, und sie liefert: blinden Aktionismus. Oder soll vor der Aufnahme noch eine umfassende Personenüberprüfung stattfinden? Ein Gesinnungstest vielleicht? Verdächtige nicht aufgenommen werden – sicherheitshalber?
Das ist die eine Seite der Problem-Medaille. Die andere ist: „Nazis raus!“ ist natürlich etwas vollkommen anderes als „Ausländer raus!“, denn Ersteres rufen selbstverständlich die moralisch überlegenen Gutmenschen. Und wohin sollen die Nazis denn eigentlich? Deportiert, in Ghettos, Umerziehungslager? Oder exportiert, ins Ausland, irgendwohin, Hauptsache aus dem eigenen Blick, einfach nur weg von einem so guten Menschen wie einem selbst? Oder auf den Mond?
Soviel zum Thema Parallel-Gesellschaften vs. Integration.
Ich weiß nicht, wie diese moralisch einwandfreien Menschen durch ihr Leben kommen, aber ich kann für meines sagen: Ich habe in meinem Leben Kontakt zu NPD-Wählern, -Anhängern und -Mitgliedern gehabt. Nicht weil sie irgendwie mit der NPD zu tun hatten oder rechts waren, sondern sie sind mir einfach begegnet, in der Schule und Ausbildung, beim Bund, bei der Arbeit, in der Kneipe, im Club. Und einer von denen ist einer meiner besten Freunde geworden. Inzwischen sitzt er übrigens für Die Linke im Stadtrat. Für die meisten ist die NPD wirklich nur eine Jugendsünde gewesen, so wie es auch einer der Piraten aus M-V ausdrückte. Wenn jedoch alle immer gleich nur „Nazis raus!“ rufen, dürfte es für die Betroffenen schwierig werden, das auch mal zu merken und wieder in die sogenannte „breite Mitte“ der Gesellschaft integriert zu werden.
Vielleicht kann das niemand aus den alten Bundesländern verstehen. Aber Menschen zu verurteilen, weil sie mal NPD gewählt haben, und sie deshalb abzuschreiben, ist genau das, wovon sich die NPD ernährt. Denn diese Leute wurden vorher schon einmal abgeschrieben, gerade in ohnehin schon abgeschriebenen Gegenden. Und diese gibt es, liebe Gutmenschen, fahrt mal durch das, was ihr „strukturschwache Regionen“ oder „soziale Brennpunkte“ nennt.
Im Grunde hat die Piratenpartei bereits die Antwort auf die dahinterstehende Frage gegeben, die da lautet: Bedingungsloses Grundeinkommen. Den „Nazis raus!“ Schreiern empfehle ich jedenfalls, zuerst eine Diskussion über ihr Menschenbild zu führen.
Auf der anderen Seite kenne ich einen – ohne jemals in der NPD Mitglied gewesen zu sein – echten Nazi, den ich selbst reden gehört habe und der immer noch Mitglied in der Piratenpartei ist: Bodo Theisen. Der leugnet bzw. relativiert ganz offen den Holocaust, und der meint das auch so! Da kann nicht nur aufgrund seines fortgeschittenen Alters schon lange nicht mehr von einer Jugendsünde die Rede sein. Warum dieser Nazi aus dem Westen immer noch nicht ausgeschlossen wurde nach nun über zwei Jahren, dürfte ein Rätsel des betreffenden Landesverbandes und des Bundesvorstandes bleiben. Das ist der eigentliche Skandal.

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Die GGV – Große Gesellschaftliche Verantwortung

Posted by krischan - 19. Oktober 2011

In letzter Zeit liest man immer wieder, wie Politiker an Banker appellieren, sie sollten sich in ihrem Tun ihrer großen gesellschaftlichen Verantwortung bewußt sein. Das Bild, das sich einem dazu dem inneren Auge aufdrängt, ist ja noch ganz lustig: ein vor dem Korb mit der Kobra darin sitzender Schlangenbeschwörer, der mit hypnotisierenden Kreisbewegungen und Flötentönen versucht, das potentiell tödliche Reptil zu besänftigen. Noch lustiger wirds, wenn man sich Merkel als Schlagenbeschwörer und Ackermann als die Schlange vorstellt. Da hört der Spaß aber auch schon auf.
Denn die dahinterliegende Wirklichkeit ist umso trauriger: Es ist leider genauso opportunistisch wie irrwitzig von Politikern aller Couleur, wenn sie jetzt damit den Aufkommenden Zorn der Bevölkerung über ein völlig entgleistes Wirtschafts- und Finanzsystem besäftigen wollen. Denn in Wahrheit es ist ein offizielles Eingeständnis erstens des eigenen Versagens und zweitens, wer wirklich die Macht hat in unserem Land – und höchstwahrscheinlich in allen Ländern, die gerade nicht auf der Abschußliste der USA und deren Verbündeten stehen.
Banker haben keine gesellschaftliche Verantwortung, keinerlei, null komma nix, sie haben ja noch nicht einmal eine Verantwortung ihren Kunden gegenüber, sondern sind einzig und allein ihren Aktionären verpflichtet. Das gilt übrigens für alle Aktiengesellschaften und ist nun wahrhaft keine neue Erkenntnis. Und da Banker sie nicht haben, die Große Gesellschaftliche Verantwortung, diese von unseren Politikern nun aber ganz offiziell den Banken, Versicherungen und Finanzjongleuren zugeschrieben wird, dürfte nun auch dem letzten klar sein, daß wir nur die Marionetten wählen, die an den Strippen von weltweiten Puppenspielern – daher auch der Begriff „Global Player“ – hängen.
Es ist jedoch zu kurz gefaßt, wenn unsere Regierenden glauben, es ginge wieder allen nur ums Geld. Zwar wurde aus „Echte Demokratie Jetzt“ in den USA „We Are The 99 Percent“, aber bei Prozentwerten wieder nur an Renditen zu denken, ist eben nicht der Kern der Bewegung. Es scheitert gerade nicht nur das System von Zinseszins und Kapitalismus, sondern auch das, was wir geheimhin als repräsentative Parteien-Demokratie bezeichnen. Alle paar Jahre seine Stimme abzugeben, um dann sprachlos hinzunehmen, was überkommene ‚Eliten‘ vorgeblich für unser aller, tatsächlich aber nur für ihr eigenes Wohl, entscheiden, ist gesellschaftlich und technisch hoffnungslos überholt. Wir wollen unsere Stimme zurück und sie behalten, uns unsere Fürsprecher selbst aussuchen und unsere gesellschaftliche Verantwortung selbst wahrnehmen.

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