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Die Großillusionisten des Kapitalismus: die Hochfinanz

Posted by krischan - 14. Oktober 2011

Jeden Tag ist etwas Neues über die Euro-Krise zu lesen und immer noch gibt es Leute, die einfach nicht verstehen wollen, was hier vor sich geht. Dabei ist es so einfach, daß jeder Achtjährige es kapiert. Es wiederholt sich ein Mechanismus, ich erklär das – zum letzten Mal:

Das Geld in dieser Gesellschaft ist nicht gerecht verteilt. Wir nennen das Kapitalismus. Kapitalismus funktioniert so: Die einen haben das Geld, weil sie das Geld drucken. Sie stellen die Regierung, bzw. suchen die aus, die sie uns zur Wahl in Aussicht stellen. Menschen in Spitzen-Positionen, Spitzen-Verdiener, da via zahlreicher Berater-Jobs nicht eng mit dem Konzern verbandelt, sondern ihre Angestellten.
Also nochmal: Denen, denen das alles gehört, drucken das Geld, und bestimmen dessen Wert in Form von Arbeit und Stundenlohn. Jeder, der in einer solchen Gesellschaft überleben will und nicht vermögend ist, braucht Geld, um über den Monat zu kommen. Damit geht er zum Bäcker, er zahlt die Miete oder die Krankenversicherung. Geld bekommt man nur gegen Arbeit, es sei denn, man hat sehr viel davon, dann bekommt man Geld, wenn man arbeiten läßt.

Ein Markt läuft an. Die Arbeiter produzieren Waren, die käuflich sind wie alles im Bi-Turbo-Kapitalismus. Dafür bekommen sie Geld. Die, denen das ganze Geld gehört, werden noch einfluß-reicher, weil sie nicht zur Arbeit gehen. Sie lassen sich gehen. Dekadenz ist da nur ein Beispiel. Reiche Menschen lassen Geld für sich arbeiten, indem sie Geld an jene verleihen, die zwar arbeiten gehen, sich aber dennoch kein Auto z.B. cash kaufen können. Also bekommen sie einen Kredit. Fast alle haben was davon, denn wer auf Kredit kauft, bekommt z. B. das Auto sofort, er kann es sofort benutzen, schafft damit aber selber Jobs, da Autos selber ja nicht ohne Infrastruktur funktionieren. Am meisten aber hat der etwas davon, der den Kredit vergibt. Denn dafür sprudeln reichlich Zinsen. Zinsen sind die Vereinbarung, daß mehr Geld zurückbezahlt werden muß, als geliehen wurde. Wenn das sehr viele Menschen tun, und das machen ja fast alle, muß man sich die Frage stellen, warum das Geld nicht alle wird. Und schon sind wir wieder am Anfang. Wenn das Geld alle werden sollte, wird einfach mehr davon gedruckt von den Reichen.

Geld ist nichts anderes als eine Illusion, nur hinterfragen darf man das nicht. Außer als Superreicher. Warum? Weil Reiche nicht arbeiten müssen. Sie haben daher furchtbar viel Zeit und suchen sich ein Hobby: Sie wollen noch reicher werden. Das geht, indem sie z.B. die weniger reiche Konkurrenz erst aufkaufen und dann Monopole schaffen. Ein Monopol ist das Gegenteil von Marktwirtschaft. Es läuft darauf hinaus, daß einigen wenigen irgendwann alles gehört und der Mehrheit nichts. Monopole bestimmen den Preis der Ware, nicht der Warenwert, also nicht der wahre Wert. Ist der Markt gesättigt, sprich haben alle irgendwie ein Auto oder können sich keines leisten, müssen Superreiche sehen, wie sie noch reicher werden. Sie verlegen sich parallel auf das Verleihen von Kunst-Geld in Kunst-Banken, ugs. Großbanken. Großbanken sind heute eher Magier. Man erschafft abstrakte Dinge und verpackt diese dann aufwendig, wobei die Verpackung mehr wert ist als der Inhalt. Der Inhalt ist genau genommen wieder nur eine Illusion wie bei Copperfield: Wir sehen dem Mann beim Zaubern zu und wir wissen, es existiert ein Trick, aber wir erkennen ihn nicht, obwohl er vor unseren Augen abläuft. Exakt das ist Hochfinanz. Copperfield mit imaginärem Geld unter das Volk gebracht von Hedge-Fonds, Großbanken oder dem IWF. Das Ziel dieser Firmen ist jetzt, ganzen Staaten extreme Kredite anzudrehen, was diese Staaten dann mit den Geldern machen, ist ja unerheblich. Hauptsächlich die Verleih-Zinsen kommen pünktlich rüber. Und wie? Durch sog. Aufbau-Programme, Entwicklungshilfe oder ein Land wird „für ausländische Investoren geöffnet“. Das klingt großzügig, nicht wahr? Wenn ein Taschendieb Dir Deine Schlüssel klaut und dann an Profi-Einbrecher mit Umzugs-LKW verkauft, wird Deine Bude auch „für Investoren geöffnet“. Wir haben das unlängst erlebt, im Irak oder in Afghanistan oder jetzt in Libyen. Mit einem gigantischen Kredit wird dann im Land eine korrupte Elite geschaffen, die den Diktator ersetzt und im Gegenzug wird Großkonzernen, die wieder den Superreichen gehören, erlaubt, die Bodenschätze des Landes zu Dumpingpreisen an der Bevölkerung vorbei zu exportieren. So machen alle richtig cash bis aufs Volk: die korrupte Elite, die Großkonzerne, die Finanz-Jongleure, die den Deal einfädeln. Am Ende landen eh alle Gewinne steuerfrei auf irgendwelchen Offshore-Konten oder in der Schweiz und werden dort aber deutlich effektiver verteidigt als Deutschland am Hindukusch.

Zurück ins Land, in dem investiert werden soll: Am effektivsten ist vor jedem Aufbauprogramm ein ordentlicher Krieg. Den finanzieren Bänker immer über den Staat, also den Steuerzahler, der dann auch noch als Soldat verheizt wird. Das war so, und das ist so und wird uns unter immer neuen Begriffen verkauft: Demokratie-Export, Hilfe zur Selbsthilfe, uneingeschränkte Solidarität, Brunnenbau. Am Ende aber müssen immer Leute ohne Geld für Leute mit Geld in den Krieg: Soldat, daher das Wort: Soll. Nur auf der Haben-Seite bleibt nie etwas übrig, es sei denn, man delegiert Krieg. Egal, wie es später in den Medien dargestellt wird von entsprechenden PR-Agenturen, es geht nur darum, Superreiche noch reicher zu machen, weil sie nicht zur Arbeit müssen. Ihnen ist langweilig und sie bekämpfen sich gegenseitig immer mit dem Hintergedanken, auf der Forbes!-400er-Liste der reichsten Menschen der Welt in den Top 50 aufzutauchen. Verrückt! Aber nur darum geht es. Der Michael Jackson unter den Superreichen seiner Generation werden, die Number One. Aus Eitelkeit.

5% der Menschheit verfügen über 80% von allem, was da draußen rumsteht, aber sie können nichts damit anfangen, es reicht den Reichen nicht. Also spekulieren sie mit immer verrückteren Finanzdienstleistungen, die nichts anderes sind als Russisches Roulette. Ein einziger Unterschied: wenn sich sich wirklich mal ein Schuß löst und die Patrone aus dem Lauf jagt, schaffen es diese Superreichen weltweit und ihre gecasteten Regierungen, die Zeit extrem zu dehnen. Wie in Matrix. Dann schaffen sie es, uns zu verkaufen, es wäre ein Vorteil, ausgerechnet jetzt mit ihnen den Platz zu tauschen. Tun wir das, bekommt die Zeit sofort ihren natürlichen Speed zurück und – zack! – knallt uns die Kugel in den Kopf. Dann sind wir am Boden und der, der den Abzug betätigt hat, der macht sich quietschfidel auf zum nächsten Spieltisch. Konkret: Im Moment bringen Superreiche uns über ihre Pressesprecher, Volksmund: Politiker, dazu, daß der Staat, also Du und ich, die, die die Steuern zahlen, Superreiche zahlen keine Steuern, sie setzen sich und alles ab, daß du und ich z.B. Griechenland retten mit Milliarden von Euros, die später uns fehlen werden, z.B. für Schwangerschaftsberatung, für Schulen, für S-Bahnen, erneuerbare Energien usw. Wir tauschen die Plätze beim Roulette und dann, dann geht das Geld unter dem Rettungsschirm direkt nach Griechenland und zurück an die Verleihbank. Damit geht ihr Geschäftsmodell immer auf. Dann zahlt die Bank den Superreichen eine prima Dividende und den Rest, den behält sie. Ob dann Griechenland und Co. pleite gehen, scheiß egal, man kann gar nicht mehr pleite gehen als pleite. Ein Land, das sich das Vielfache des eigenen Staatshaushaltes von Dritten leihen muß und selbst diese Dritten dann an den Rand des Ruins treibt, ist pleite. Es ist bankrott. Auch hier steckt das Wort Bank drin: bankrott.

Jede Art von weiteren Verlusten schreibt die Empfänger-Bank eh von den Steuern ab, mit anderen Worten: Sie nimmt uns nicht nur die Steuern für Mütter und Gesundheitswesen, nein, sie selber zahlt auch keine. Also nochmal: Das Geld des Rettungsschirms ist das Geld des kleinen Mannes, es ist Dein Geld und es rettet die Dividende der superreichen Bankkunden und der Bank. Wenn man das in ganz Europa so macht, zieht erst die Inflation an und Du bekommst für deine sagen wir 1500 Euro nur noch den Wert von 400 Euro, weil z.B. Milch und Brot plötzlich das Vielfache kosten. Wird es noch schlimmer, verabschieden sich die Staaten plötzlich von diesem Geld und erklären es für nichtig. Tauschen es im Verhältnis eins zu was auch immer – hatten wir alles schon. Frag mal Opa.

Das ist Enteignung und trifft all jene, die nur über Sparguthaben verfügen. Die Superreichen haben ihr Geld parallel immer in Hardware angelegt: Ländereien, Gold, Immobilien. Das behält seinen Wert, nein, es steigert den Wert. Ist das Land erstmal kaputt, kommen eben diese Superreichen wenig später mit neuen Politikern, nachdem man die alten uns zum Fraß vorgeworfen hat, und helfen dem völlig verarmten Arbeiter, das Land wieder aufzubauen. Sie geben ihm viel Arbeit für einen Scheiß-Lohn und ködern ihn dann mit neuen Produkten, die er jetzt auf Pump kaufen kann zu einem supergünstigen Kredit in einer völlig neuen Währung.

Wer darauf im 21. Jhd. immer noch reinfällt, also dem ist nicht zu helfen.

Ich möchte an dieser Stelle eine Wette formulieren: Die Bundesregierung läßt schon jetzt neues Geld drucken, um im Falle X schnell genügend davon am Start zu haben. Nennen wir den neuen Euro Neuro. Der Neuro kommt, wetten daß?! Obwohl, wetten, das funktioniert hier nicht, weil z.B. keiner eine Wette auf einen Esel annimmt, der statt 2 Säcke Gold 200 Säcke Gold tragen soll. Das Tier wird unter der Last zusammenbrechen und ersticken. Das ist Physik. Und jetzt? Erstmal den Fernseher anmachen und sehen, was da kommt. Wetten, Merkel und Co. sagen uns jetzt ganz schnell, wie sie uns retten wollen. Dazu noch ein paar Bänker aus dem Umfeld, die das bestätigen, und boom, der Aufschwung ist da – für alle. Leute, es geht nicht um alle. Es geht um die Ackermänner dieser Welt.

Vielleicht noch ein Satz zur Güte und zum Verständnis: Versetzt euch mal in die Lage eines Superreichen, eines Superbänkers. Du bist umgeben von ungeheuerem Luxus, aber Du kannst Dir selber nichts kaufen, weil Dir schon alles gehört. Du kennst keine Vorfreude, es gibt keinen Wunsch mehr, der für Dich offen ist. Du bist wunschlos unglücklich. Diese Menschen nicht ganz klassisch zu enteignen, grenzt an unterlassene Hilfeleistung.

(Transkription von KenFM http://www.kenfm.de/ http://www.youtube.com/watch?v=k2LOFqT1k9M )

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